Ruhrnachrichten 9. Februar 2026  |Seite 27

Olfen. Nach seiner Pensionierung als Lehrer an der Gesamtschule Olfen kam Peter Friemel auf die Idee, für ein soziales Projekt zu radeln. Als Gründungsmitglied des „Vereins Bosco Sevana“, der durch den damaligen Schulseelsorger der Gesamtschule Olfen, Dr. Jochen Reidegeld, initiiert wurde, beschloss Friemel, für die Ziele des Vereins (nun: „roterkeil“) gegen Kinderprostitution Spenden durch Radfahren zu sammeln.

2001 wurde Friemel von der Schulleitung seiner Schule auf die erste Radtour nach Benediktbeuern in Oberbayern geschickt. Dieser erfolgreiche Versuch war der Beginn weiterer Touren durch Deutschland und Europa. Die Spender honorierten die Verbindung von Sportlichkeit im Alter und sozialem Engagement.

Mit Unterstützung von Ehefrau Luise

Nach dieser ersten Tour und unterstützt von seiner Frau Luise folgten Radtouren nach Södertälje bei Stockholm in Schweden, Nysa (Neisse) im polnischen Schlesien, Taizé in Frankreich, Gatchina bei St. Petersburg in Russland, zweimal nach Kazincbarcika in Ost-Ungarn, Kaunas in Litauen, nach Trier, Berlin, der Münsterland-Rundfahrt, zweimal um den Kreis Coesfeld, zweimal nach Bonn und mehrfach nach Benediktbeuern in Oberbayern.

Vor dem „Radeln für das Don Bosco“-Projekt hatte Luise Friemel bereits vor 46 Jahren die Idee einer Altpapiersammlung in Lüdinghausen und Seppenrade entwickelt. Zwischen 1979 und 1991 brachte diese überpfarrliche, stadtweite Altpapiersammlung, an der Landwirte, Unternehmer und Schüler beteiligt waren, 3000 Tonnen Altpapier zusammen und somit einen Gegenwert von 130.000 DM zur Unterstützung der Partnergemeinde der Pfarrei St. Felizitas in Monze, Sambia.

Nach 20 Radtouren von Peter Friemel mit einem Gesamtergebnis von über 200.000 Euro und geschätzten 180.000 Trainings- und Tourenkilometern sollte das Projekt beendet werden.

Zur Abrundung des Projektes entwarf seine Frau Luise die Idee zu einer letzten Tour: die „Danke-Tour“ mit Besuchen bei den Spendern des Jahres 2001. Unerwartet zog sich diese Tour über fünf Jahre hin. Aus einem geplanten Endpunkt wurde ein Doppelpunkt: im Zeitraum von 2021 bis 2026 kamen 45.000 Euro zusammen.

Spenden für Straßenkinderprojekte

Ein Bild, das Text, Screenshot, Kleidung, Mann enthält.

KI-generierte Inhalte können fehlerhaft sein.Seit 2012 kommen die Spendenergebnisse des begeisterten Radfahrers ausschließlich den Straßenkinderprojekten von Bruder Lothar Wagner zugute, und zwar in Freetown, Sierra Leone, Juba im Südsudan und Monrovia in Liberia. Seit zwei Jahren ist Bruder Lothar SDB (Salesianer Don Boscos ) als Gefängnisseelsorger im überbelegten Zentralgefängnis in Monrovia tätig. Er suchte nach Lösungen für die dringend notwendige Verbesserung des räumlich beengten Strafvollzuges und plante den Bau einer multifunktionalen Sportanlage im Gefängnis, um den meist jugendlichen Inhaftierten die Möglichkeit zu Fußball, Volleyball, Basketball und Handball zu geben.

Bruder Lothar entwarf ein umfangreiches Trainingsprogramm, wobei regelgerechtes Spielverhalten und soziales Verhalten in einem Wochenplan reflektiert werden. Die Anlage mit Tribüne und Lernraum mit Medieneinsatz zur Drogenprävention konnte 2024 durch den Apostolischen Nuntius von Liberia eingeweiht werden: die „Pope Francis Arena“.

„Den zahlreichen Unterstützern des Don Bosco Projektes, auch den bereits Verstorbenen, gebührt ein großes Dankeschön“, teilt Peter Friemel in diesem Zusammenhang mit.